Marokko Reisetagebuch: Tag 7, endlich wieder im Hotel!

 

An diesem Morgen wurden wir um 9 Uhr mit einem Jeep abgeholt, welcher uns nach Zagora brachte. Wir waren davon ausgegangen, wie auf dem Hinweg nach ca. 1-2 Stunden in Zagora zu sein, bis uns der Jeep Fahrer erklärte dass wir 60 Km durch die Steinwüste fahren würden. Im 2. Gang, mit höchstens 30 Kmh. Also tuckelten wir los. Irgendwann kamen wir auf eine Art „Hauptstraße“ der Wüste, welche genauso unwegsam wie der Weg dorthin war, jedoch kamen uns plötzlich ständig Jeeps mit Touristen entgegen. Erst hier bemerkten wir, dass wir ganz und gar nicht einsam und allein gewesen waren, denn nah jeder 3. Düne war eine Karawane oder ein Zeltlager zu sehen. Erstaunend, dass wir niemandem begegnet waren.

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Nach ca. 4 Stunden Fahrt kamen wir in unserem Hotel an, dem „Jardins du Draa“. Nach unserer langen Tour freuten wir uns besonders, endlich wieder duschen zu können! Wir richteten uns und ruhten uns etwas in unseren Betten aus, bevor uns Hafid wieder am Hotel Eingang abholte, um mit uns auf den Markt von Zagora zu fahren.

Im Auto warteten auch wieder unser Taxifahrer, welcher uns von der Wüste nach Zagora gebracht hatte, sowie ein Freund von Hafid. Wir fuhren an den Stadtrand von Zagora und schlenderten mit Hafid über den Markt, der eigentlich nur von Einheimischen besucht wird. Dementsprechend waren auch die Stände: das Obst und Gemüse lag auf dem sandigen Boden, alles war total einfach und erinnerte ein bisschen an das Mittelalter. Da die Menschen dort für Fotos oft Geld verlangen konnte ich hier leider nicht richtig fotografieren. Dieses eine Foto zeigt ein bisschen, wie es auf diesem Markt aussah.

Nach unsere Führung über den Markt brachte uns unser Taxifahrer zu einem Imbiss am Straßenrand, welcher sehr gut sein sollte. Wir aßen einen Salat und beobachteten einfach die Menschen um uns herum.

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Zurück im Hotel wollten meine Schwester und ich in den Pool springen. Wir zogen uns um und sprangen in den Pool, hielten es aber keine 20 Sekunden im Wasser aus, da dieses so unglaublich kalt war. Die Hotelbesitzer schauten total verdutzt, denn in Marokko war zu dieser Zeit noch Frühlingsanfang, und 30 Grad sind dort total kalt. Generell saßen alle Menschen dort in Fleecejacken und Mäntel herum, während wir total luftig herumliefen.

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In Zagora fiel mir besonders der Kleidungsunterschied auf. In Marrakesch konnten wir uns auch in Leggings und Tshirt bewegen, in Zagora hatten wir keine einzige Frau gesehen, die nicht verschleiert war. Dementsprechend zogen wir uns auch eher weit und verdeckt an, man muss ja nicht mit aller Gewalt auffallen.

Am Abend waren wir bei Hafid Zuhause zum Kochen eingeladen. Mit uns kamen noch zwei andere deutsche Frauen, welche von einer anderen Tour gekommen waren. Hafid holte uns gegen 18 Uhr am Hotel ab und wir gingen zu Fuß durch die verwinkelten Gassen von Zagora. An Jeder Straßenecke standen Kinder und riefen: „Bonjour! Le Stylo!“ Sie meinten damit, dass wir ihnen einen Stift schenken sollten. Teilweise folgten uns ganze Kinderscharen, bis Hafid sie freundlich aber bestimmt auf Arabisch bat, zu gehen.

An einer anderen Straßenecke schenkte uns ein Junge 2 aus Schilf geflochtene Gazellen, wir nahmen sie an und gaben dem Jungen 4 Dirham. Man soll bettelnden Kindern eigentlich nichts geben, denn so werden sie zum Betteln erzogen. Auch bei den Älteren Menschen wird das Betteln nicht gerne gesehen und die bettelnden Kinder werden sofort von den älteren beschimpft, in diesem Falle wollten wir jedoch das Geschenk nicht ablehnen und auch nicht nichts zurückgeben, dass es eine Masche war, war uns trotzdem bewusst.

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Hafids Haus war ein großes, graues Gebäude. Ein langer, dunkler Gang führt um die Ecke in den Hinterhof, in welchem er seine Schafe hielt. Entlang dem Gang waren ca. 8 Zimmer, das größte ohne Türe war das Wohnzimmer, ausgestattet mit einem kleinen Fernseher, ein paar Decken und Kissen sowie ein Gaskocher und das Teegeschirr. Die anderen Türen waren entweder verschlossen oder kleine Nebenräume. Die Toilette befand sich hinter einem Vorhang und die Küche war ebenfalls ein kleiner Raum ohne Türe. Die Fenster der einzelnen Zimmer zeigten jedoch nie nach draußen, sondern nur in den Gang des Hauses.
Wir schnitten das Gemüse klein und setzten uns dazu in den Gang auf den Boden. Irgendwann kam Hafids Mutter mit ein paar Freundinnen nach Hause. Sie grüßte uns und ging mit ihren Freundinnen ins Wohnzimmer, Hafid eilte hinterher und kochte sofort Tee für die Damen. Wir mussten lachen, da wir als Gäste im Gang saßen und kochten und die Hausbesitzer Tee tranken, dieses Bild werde ich nie vergessen!

Hafid machte das Essen, die Taijin, fertig und wir setzten uns zu den Frauen ins Wohnzimmer. Im Fernsehen lief eine Arabische Seifenoper, like Gute Zeiten schlechte Zeiten und die Frauen amüsierten sich köstlich über die schlägereien zwischen den Eifersüchtigen Männern. Eine Frau erzählte meiner Tante die ganze Zeit etwas auf arabisch, auch wenn meine Tante kein Wort verstand, war es wirklich lustig und unterhaltsam.
Die Frauen gingen nach einer Weile, wir unterhielten uns mit Hafid auf Englisch und mit seiner Mutter soweit es ging in Zeichensprache oder per Übersetzung von Hafid, bis das Essen fertig war. Danach gab es essen und Hafid und seine Mutter waren völlig überrascht, dass wir nur die Hälfte der Taijin geschafft hatten.

Gegen 22 Uhr brachte Hafid uns zum Hotel und wir verabschiedeten uns von ihm und bedankten uns für die tolle Tour, denn am nächsten Morgen würde es für uns wieder zurück nach Marakesch gehen.

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